Alters - und Pflegeheim Beatenberg-Habkern
Isis Bianzano
Alters - und Pflegeheim Beatenberg-Habkern

BRAHMAVIHARAS

 

Der Ausdruck Brahmavihara bedeutet aus dem Pali übersetzt die "Göttlichen Verweilungszustände" oder die "Unermesslichen". Es sind vier Herzens- und Geisteshaltungen, die einen hohen Stellenwert in der buddhistischen Tradition haben und in vielen Lehrreden des Buddha erwähnt werden. Wenn wir diese vier Qualitäten kultivieren und bewusst auf sie zurückgreifen können, ist dies eine wertvolle Unterstützung im Üben von Vipassana, von Einsicht. 
Die erste Qualität Metta hat verschiedene Facetten - z.B. liebevolle Güte, Freundlichkeit, Verbundenheit und Toleranz uns und anderen gegenüber. Metta schafft eine innere Atmosphäre, in der sich Ruhe, Erkenntnis und Mitgefühl leichter zeigen können, unser Umgang mit uns und anderen wird freundlicher und heiterer.
Die zweite Qualität ist Karuna - Mitgefühl. Wenn wir in einer von Wohlwollen und Offenheit geprägten inneren Haltung auf Leiden treffen, wird uns dies nicht unberührt lassen - wir fühlen mit. Daraus entsteht der Wunsch, das Leiden - sei dies bei uns oder anderen - zu lindern oder zu beenden. 
Die dritte Qualität ist Mudita - Mitfreude. Sie entsteht, wenn wir uns am Wohlergehen, am Glück und den besonderen Vorzügen anderer freuen können. Auch bei dieser Qualität ist es wichtig, dass wir uns miteinbeziehen und unsere eigenen positiven Absichten, Fähigkeiten und Handlungen wertschätzen.
Die vierte Qualität ist Uppekha, was mit Gelassenheit, Herzensruhe, Unparteilichkeit oder Besonnenheit übersetzt werden kann. Es ist die Fähigkeit des Herzens und des Geistes, die gelassen mit dem sein kann, was gerade ist und angemessen darauf reagiert. Gelassenheit erlaubt den anderen Brahmaviharas sich voll zu entfalten und ist unverzichtbar in der Vipassana Meditation.

"Es ist unerheblich, wie lange wir schon in dem Gefühl von Beschränkung gefangen sind. Wenn wir einen dunklen Raum betreten und das Licht anmachen, spielt es keine Rolle, ob der Raum einen Tag, eine Woche oder zehntausend Jahre lang dunkel gewesen ist - wir schalten das Licht an und es ist hell. Sobald wir mit unserem Potential zu lieben und glücklich zu sein - mit dem Guten -, Verbindung aufnehmen, wird es hell. Das Üben der Brahmaviharas ist der Weg, das Licht anzuzünden und brennen zu lassen. Es ist ein Prozess tiefer spiritueller Wandlung." Sharon Salzberg